Politische Entscheide und neue Regulierungen wirken sich unmittelbar auf den Alltag von Treuhandunternehmen und ihren KMU-Kunden aus. Für TREUHAND|SUISSE gehört es deshalb zu den zentralen Aufgaben, relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, deren Auswirkungen auf die Branche einzuordnen und dort Einfluss zu nehmen, wo die Interessen unserer Mitglieder betroffen sind.
Professionalisiert und neu strukturiert
Im vergangenen Geschäftsjahr wurde die politische Arbeit weiter professionalisiert und neu strukturiert. Das politische Monitoring wurde ausgebaut und die relevanten Geschäfte im National- und Ständerat sowie in den zuständigen Kommissionen neu nach ihrer Bedeutung für TREUHAND|SUISSE und die KMU-Treuhandbranche in A-, B- und C-Geschäfte eingeteilt.
Diese Priorisierung ermöglicht es, die vorhandenen Ressourcen dort einzusetzen, wo TREUHAND|SUISSE tatsächlich Wirkung erzielen kann. Das politische Monitoring dient dabei als internes Arbeits- und Steuerungsinstrument. Die relevanten Geschäfte werden nach ihrem parlamentarischen Stand und ihrer Bedeutung für TREUHAND|SUISSE beurteilt. Gleichzeitig werden die Haltung des Verbandes sowie allfällige weitere Massnahmen festgehalten.
Im Berichtsjahr wurden die Geschäftsleitung sowie interessierte Sektionspräsidentinnen und -präsidenten regelmässig über die politischen Entwicklungen und den Stand der relevanten Geschäfte informiert.
Ein wichtiges Instrument der politischen Kommunikation ist der POLIT|FLASH. Er richtet sich insbesondere an die Mitglieder des National- und Ständerates und bringt die Position von TREUHAND|SUISSE zu ausgewählten politischen Geschäften gezielt in den parlamentarischen Prozess ein. Interessierte Mitglieder von TREUHAND|SUISSE können den POLIT|FLASH ebenfalls abonnieren.
Gezielte Massnahmen zu A-Geschäften
Im Berichtsjahr konzentrierte sich TREUHAND|SUISSE insbesondere auf politische Geschäfte mit hoher Relevanz für die KMU-Treuhandbranche. Zu diesen A-Geschäften gehörten unter anderem die parlamentarische Initiative Schwander für eine KMU-praktikable Lösung und Dienstleistungen aus einer Hand, die Motion Schneeberger zur Besteuerung bei indirekter Teilliquidation, die Motion Caroni zur Lohnprozentbremse sowie die Motion Farinelli zum Informationsaustausch bei missbräuchlichen Konkursen.
Bei diesen Geschäften beschränkte sich TREUHAND|SUISSE nicht auf die Beobachtung des parlamentarischen Prozesses. Je nach Dossier wurden gezielt weitere Massnahmen ergriffen – etwa der direkte Austausch mit den Urheberinnen und Urhebern der Vorstösse oder die Information der zuständigen parlamentarischen Kommissionen. Bei der parlamentarischen Initiative Schwander brachte TREUHAND|SUISSE seine Position beispielsweise mit gezielten Schreiben an die zuständigen Kommissionsmitglieder direkt in die politische Beratung ein.
Aktive Interessenvertretung
Politische Interessenvertretung geht jedoch über das Monitoring hinaus. TREUHAND|SUISSE bringt sich mit Stellungnahmen und Vernehmlassungen ein, sucht den direkten Austausch mit Politik und Behörden und arbeitet bei Bedarf mit anderen Wirtschafts- und Branchenorganisationen zusammen. Im Berichtsjahr wurden diese Instrumente gezielt eingesetzt, um die Anliegen der KMU-Treuhandbranche in relevante politische und regulatorische Prozesse einzubringen.
Ziel ist es, die Stimme der KMU-Treuhandbranche frühzeitig und gezielt einzubringen – nicht möglichst oft, sondern dort, wo politische und regulatorische Entscheide konkrete Auswirkungen auf unsere Mitglieder und deren Kundschaft haben.